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In der Taika-Reform im 7. Jh. wurde das japanische Reich Yamato in einen konfuzianischen Beamtenstaat nach chinesischem Vorbild verwandelt. Um die Beamten auszubilden, wurde am Hof die Daigaku (大学, heutige Bedeutung: Universität) gegründet. Dort wurden die chinesische Sprache und Schrift und die konfuzianischen Klassiker gelehrt, aber auch praktisches Verwaltungswissen wie Landvermessung, Buchführung und Astrologie. Die Astrologie war wichtig, um vorauszusagen, ob bestimmte Handlungen des Kaisers gute oder schlechte Konsequenzen haben würden. Ebenfalls in dieser Zeit wurden die ersten buddhistischen Klöster in Japan gegründet, die über die Jahrhunderte immer wichtige Horte des Wissens waren. Am Hof der Heian-Zeit erleben Kultur und Bildung der Hofbeamten ihre Blütezeit.
Mit der Machtübernahme des Kriegeradels gegenüber dem Kaiserhof, etwa ab dem 12. Jh., sind eher praktische Fertigkeiten gefragt, Kriegführung und was für eine effiziente Verwaltung notwendig ist. Erst mit dem Frieden in der Edo-Zeit wird aus den rauhen Samurai eine gebildete Beamtenschicht, die nicht nur Lesen und Schreiben, nicht nur das Kämpfen zu einer Kunst (武術) weiterentwickelt, sondern auch in der Kunst gebildet ist. Kalligraphie, Malerei, Dichtkunst und Literatur werden gefördert.
Die Tempel richten in dieser Zeit Volksschulen ein, so dass auch einfache Bürger Zugang zu Bildung haben. Es entsteht ein Verlagswesen, das zum Beispiel Unterhaltungsromane für das Volk druckt.
Auch westliche Bildung gelangt in dieser Zeit nach Japan. Auf der Insel Deshima unterhalten die Holländer eine kleine Kolonie, und beliefern interessierte Samurai mit Büchern aus Europa. Neben Büchern über Waffen, Kriegskunst und aktuelle politische Ereignisse gelangt auf diese Art auch Wissen über westliche Naturwissenschaften und Medizin nach Japan. Das Studium dieser Quellen wurde Rangaku (蘭学) genannt.
Das Interesse für den Westen, dass in der Edo-Zeit nur eine kleine Minderheit zeigt, wurde nach der Öffnung Japans sehr viel grösser. Japan sollte modernisiert werden, um es mit den westlichen Industrienationen aufnehmen zu können, doch das war nur möglich, in dem so viel Wissen wie möglich übernommen wurde. Junge Japaner wurden als Studenten an Universitäten in den USA und Europa geschickt. Die Iwakura-Mission sollte die Staatsform verschiedener westlicher Länder erforschen. Es wurden Kaiserliche Universitäten nach dem Vorbild der Berliner Humboldt-Universität gegründet, und private Universitäten nach amerikanischem Vorbild. Ausländische Experten (sogenannte O-yatoi gaikokujin) wurden ins Land geholt, um Staat, Militär und Universitäten aufzubauen. Die Schulpflicht wurde eingeführt, die ehemaligen Tempelschulen wurden staatlich, und ein dreigliedriges Schulsystem wurde eingerichtet.
Der sich bald entwickelnde Militarismus hat dieses System dann für seine Zwecke eingespannt. Das Militär entsendete Lehrer an die Schulen, um die patriotische Erziehung sicherzustellen. Nach der Kapitulation 1945 wurden diese Lehrer von der US-amerikanischen Besatzungsmacht entlassen, doch das zerstörte Japan brauchte dringend Lehrer, und so wurden diese Lehrer bald wieder zurückgeholt. Auch deswegen gibt es heute in Japan eine feste Wählerbasis am rechten Rand.
Im wirtschaftlichen Aufbau der Nachkriegszeit wurden die Universitäten zu Motoren des Fortschritts, hatte sich Japan am Anfang darauf beschränkt, westliche Produkte nur zu kopieren und Marktanteile zu erobern, so bauten die Firmen bald eigene Entwicklungsabteilungen auf, die mit den Universitäten in der Forschung kooperierten und auch deren Absolventen übernahmen. |